Das hilft gegen Tränen der Einsamkeit


            Das hilft gegen Tränen der Einsamkeit

Jochen Wendland (39) und Marianne (82) lernten sich über den Verein „Freunde alter Menschen“ kennen. Wer selbst einsam ist, kann dort Hilfe finden Foto: Olaf Selchow

Von B.Z.

Jochen Wendland (39) engagiert sich ehrenamtlich beim Verein „Freunde alter Menschen“. Ab sofort schreibt er in der B.Z. regelmäßig über sein Ehrenamt und das Thema Einsamkeit.

Ich engagiere mich als sogenannter „Junger Freund“ beim Verein „Freunde alter Menschen“. Normalerweise treffe ich mich dafür regelmäßig einmal die Woche mit zwei älteren Damen.

Marianne und Marietta sind beide über 80 Jahre und haben so ein wenig Abwechslung im Alltag. Wir gehen zusammen ins Museum, treffen uns auf einen Kaffee oder spielen etwas zu Hause.

Manchmal gibt es auch Treffen oder Ausflüge in einem größeren Rahmen. Letzte Woche waren wir als Verein mit rund 60 Personen ins Leonardo Hotel in Mitte eingeladen. Ich habe Marianne und Marietta zu Hause abgeholt und wir saßen zusammen an einem großen Tisch, als eine weitere ältere Besucherin fragte, ob sie sich zu uns setzen darf.

Sie saß kaum, da flossen schon die Tränen: „Alleine ist man ja schon zu Hause die ganze Zeit“, bedankte sie sich für unsere Gesellschaft.

Sie lebt in Charlottenburg, kam mit Bahn und Rollator bis zur Friedrichstraße. Weil sie kein Handy hat, war es eine große Herausforderung, das Hotel zu finden. Sie konnte niemanden nach dem Weg fragen. Ihr Mann war letztes Jahr verstorben, seitdem hat sie niemanden mehr.

Ihr Beispiel zeigt, wie schnell man in Berlin einsam sein kann. Gerade wenn man älter ist, nicht mehr so gut zu Fuß, nicht mehr auf der Höhe der Zeit, wenn es um die aktuelle Technik geht. Gleichzeitig hat es mich in meinem Ehrenamt bestätigt. Für andere, ältere da zu sein, ist eine Aufgabe, die uns alle angehen sollte.

Danke für die vielen tollen Spenden!

An diesem Nachmittag übernahmen das übrigens Marianne und Marietta. Sie hörten der Dame zu, kannten Verluste des Ehepartners oder enger Freunde auch aus ihrem eigenen Leben. Am Ende hatten alle eine tolle Zeit: gemeinsam, nicht einsam!

Jochen Wendland (39) ist Teamleiter beim Heinemann Duty-Free-Shop am BER und engagiert sich ehrenamtlich beim Verein „Freunde alter Menschen“. Im Dezember ist er für sein Engagement von der B.Z. und lekker Energie als Berliner Held ausgezeichnet worden und hat das Adventslicht am Pariser Platz angeknipst. Ab sofort schreibt er regelmäßig in der B.Z. über sein Ehrenamt.

„Freunde alter Menschen“ vermittelt Patenschaften zwischen jungen und alten Berlinern und Berlinerinnen. Wenn sie einsam und über 75 Jahre alt sind, können sie dort Hilfe finden. Einfach anrufen: Kontakt: Tel. (030) 20 0943 56

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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