Frostbeule unterm Tribünendach


            Frostbeule unterm Tribünendach

B.Z.-Mitarbeiter Michael Lachmann schreibt wöchentlich seine Berlinkicker-Kolumne Foto: Guenther

Von Michael Lachmann

Einmal die Woche schreibt B.Z.-Mitarbeiter Michael Lachmann über Geschichten aus dem Berliner Amateurfußball.

Adventszeit im Fußball ist kein Zuckerschlecken. Nicht für die Spieler. Und auch nicht für die Fans. Können Sie mir glauben, ich weiß, wovon ich spreche.

Denn Fußball als Outdoor-Sport hat Vor- und Nachteile. „Der Junge muss an die frische Luft“, plärre ich durch den Flur und lasse die Tür ins Schloss fallen. Frische Luft tut gut und ist gesund. Aber im November? Da muss man schon genau die Kleiderordnung beachten. Gilt für mich als Kiebitz, wie auch für die anderen, denen ich beim Sport zuschaue.

Mein Vorteil: Warme Kleidung. Meist bewege ich mich zu dieser Jahreszeit dick verpackt wie ein Michelin-Männchen über den Sportplatz. Sieht putzig aus. „Haste wieder dein Felltier dabei“, foppt mich ein Kumpel und zeigt auf das Karnickel-Imitat an meinem Kaputzenrand, das jeder Arktis-Expedition standhalten würde. Hauptsache warm.

Für das spielende Personal sieht es da schon anders aus. Trikot, Hose, Stutzen und wenig wärmendes Schuhwerk – mehr ist nicht. Wobei mir aufgefallen ist, dass es heute in der Regel nur noch Kurzarm-Trikots gibt. Wer es wärmer mag, zieht noch ein Langarm-Funktionsshirt drunter.

Zum Glück war ich früher Torwart. Da durfte ich ungestraft lange Hosen tragen. Und Handschuhe!

Letzte Woche hab ich mal in Bernau beim FSV in der Landesliga vorbeigeschaut. War prima, denn pünktlich eine Stunde vor Spielbeginn gegen Neustadt setzte Schneefall ein. Der Klassiker, denn das Spiel fand auf Kunstrasen statt. Man hätte auch ein Pfund Schmierseife auf den Platz werfen können – Hauptsache rutschig.

Jede Liga hat Klasse – Gemeinsam getrennte Wege gehen

Beiden Teams konnte ich im Flockenwirbel eine insgesamt standfeste Leistung bescheinigen.

Während ICH aus dem Kofferraum zielsicher Schal und Mütze fischte, beschränkte sich ein Bernauer Spieler auf Sporthose und Kurzarmtrikot. Ohne Unterzieher. Respekt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt!

Fröstelnd bei diesem Anblick verkroch sich das Michelin-Männchen unter das Tribünendach. Aber egal, nächstes Wochenende geht es wieder an die frische Luft …

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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