„Matthäus-Passion“: Rebellion der Kinder


            „Matthäus-Passion“: Rebellion der Kinder

Bei den Proben von Bachs „Matthäus-Passion“ an der Deutschen Oper Berlin in Berlin Foto: Photo by Tobias SCHWARZ / AFP

Von Martina Hafner

Die Deutsche Oper inszeniert Bachs „Matthäus-Passion“ und thematisiert auch Demonstrationen wie die von Fridays for Future.

Nix mit friedlichem Kirchenspiel! Bei Bachs „Matthäus-Passion“ an der Deutschen Oper verwandelt sich eine Truppe Kinder, die den Leidensweg Christi darstellen soll, in einen Pulk Demonstranten à la Fridays for Future.

Die erwachsenen Solo-Sänger benehmen sich in Benedikt von Peters Inszenierung dabei wie leicht übergriffige Erzieher, denen die Jugendlichen mehr und mehr entgleiten. Beklemmend, wie die Kids ihre biederen Kleider (Kostüme: Lene Schwind), die optisch an die Colonia-Dignidad-Sekte erinnern, herunterreißen und gegen Jeans tauschen.

Das Ganze entwickelt mit rund 200 Musikern und Chorsängern, die im ganzen Saal verteilt sind, eine ungeheure Wucht. Dirigent Allessandro de Marchi steht im Parkett und hält die Fäden mühelos zusammen. Dazu können Joshua Ellicott als Evanglist, Padraic Rowan als Jesus und Altistin Annika Schlicht grandiose Akzente setzen.

Padraic Rowan singt den Jesus in Bachs „Matthäus-Passion“

Der Feierlichkeit des Werkes tut die szenische Umsetzung keinen Abbruch. Der Vergleich der rebellischen Kids mit einem Jesus, der nur Gutes tun will, kommt durchaus schlüssig über die Rampe. Viel Jubel, vereinzelte Buhs.

Wieder 13.5., 19 Uhr, Bismarckstr. 35, 24-100 Euro, ☎ 34 38 43 43

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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