„Mutter Bezirk“: herzlich, ehrlich, direkt


            „Mutter Bezirk“: herzlich, ehrlich, direkt

Reinickendorfs Bürgermeisterin Emine Demirbüken-Wegner (61, CDU) Foto: picture alliance / ZB

Von B.Z.

Einmal in der Woche schreiben an dieser Stelle Berlins Bezirksbürgermeister über Themen, die sie bewegen. Heute: Emine Demirbüken-Wegner (61, CDU), Bürgermeisterin von Reinickendorf.

Seit vier Wochen darf ich nun als Bürgermeisterin des schönen Reinickendorf das Bezirksamt führen. Als diese habe ich versprochen: „Vater Staat wird Ihnen in den nächsten Jahren durch ,Mutter Bezirk‘ dienen, Ihnen helfen, Ihnen Stütze und verlässlicher Partner sein.“

Wir Frauen gehen Lebenssituationen naturgemäß anders an als Männer. In der Familie sind sie diejenigen, die auf ein Miteinander und Füreinander hinwirken. Und sie drücken Zugewandtheit deutlicher aus. Das ist auch für mich das Maß aller Dinge: Authentizität, menschliche Wärme, Ehrlichkeit und Direktheit sind essenziell.

Der Moment, als mir die Amtskette der Bürgermeisterin überreicht wurde, hat mich tief berührt. Ein Augenblick voller Stolz und Demut weniger für mich selbst als vielmehr für die große Community der wunderbaren zugewanderten Frauen und Männer, die in Berlin eine neue Heimat gefunden haben, die hier zusammen leben und arbeiten. Deren Aufstieg in Spitzenämter unseres Gemeinwesens aber immer noch eine Seltenheit ist.

Lichtenberg ist einer der unterschätztesten Bezirke

Dass ich nach Marlies Wanjura erst die zweite Frau an der Spitze der Reinickendorfer Verwaltung bin, die erste Bezirksbürgermeisterin überhaupt in Berlin mit Migrationshintergrund und sogar bundesweit die erste türkisch-stämmige Bürgermeisterin einer Großstadtgemeinde mit mehr als 100.000 Einwohnern, mag das besondere Medienecho erklären, das meine Wahl begleitet.

Ich glaube, es gibt kaum einen Berliner Politiker, der mit dem Themenkomplex Migration und Integration derart lange beschäftigt ist wie ich. Schon bei meiner Einschulung als türkisches Gastarbeiterkind in Berlin erfuhr ich, was es heißt, das einzige nicht-deutsche Kind in der Klasse zu sein.

Zum Studium an der TU Berlin bekam ich in meinen Studentenausweis ein „A“ für Ausländer eingestempelt. Solche Erlebnisse prägen und bereiten einen vor auf einen langen Weg zur Akzeptanz.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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