Putin macht Westen und Kiew für Opfer in Ukraine verantwortlich


            Putin macht Westen und Kiew für Opfer in Ukraine verantwortlich

Kreml-Tyrann Wladimir Putin während seiner Rede in Moskau Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Von Filipp Piatov und Jeanne Plaumann

Kreml-Diktator Wladimir Putin (70) hat am Dienstagmittag eine lange aufgeschobene Rede vor der russischen Föderationsversammlung gehalten.

Der Westen wolle Russland eine „strategische Niederlage“ zufügen, sagte Putin. „Es geht um die Existenz unseres Landes.“

Anlass der Rede ist der heranrückende Kriegs-Jahrestag – am 24. Februar 2022 hatte Putin die „militärische Spezialoperation“ in der Ukraine begonnen. So bezeichnet der Kreml bis heute den brutalen Krieg gegen die gesamte Ukraine, in dem die Russen-Armee zehntausende ukrainischer Zivilisten tötete.

Es war eine Rede voller Propaganda-Lügen – die einzige bedeutende Ankündigung hatte sich Putin für das Ende aufgespart…

Putin legt Vertrag über Atom-Abrüstung auf Eis!

Nach mehr als einer Stunde sprach Putin erstmals über Atomwaffen. Und kündigte an, dass Russland seine Teilnahme am New-START-Abkommens pausiert!

► Heißt: Putin legt den Vertrag über Atom-Abrüstung auf Eis!

Das New-START-Abkommen ist ein zwischen den Vereinigten Staaten und Russland ausgehandeltes Abrüstungsabkommen zur gemeinsamen allmählichen Reduzierung strategischer Trägersysteme für Nuklearwaffen. New-START begrenzt die Anzahl der atomaren Langstreckensprengköpfe, die sie einsetzen können, und schränkt den Einsatz von Raketen ein, die Atomwaffen tragen können.

Selenskyj warnt vor neuer Atomkatastrophe

Die Verlängerung des Abkommens wurde 2021 für weitere fünf Jahre unterschrieben. Im August 2022 hatte das russische Außenministerium jedoch die Kontrollen von Atomwaffenbeständen im Rahmen des Abkommens vorerst ausgesetzt. Damals hieß es von Russland aber, man werde sich aber weiter an New START halten.

Der Kreml-Diktator sagte in seiner Ansprache auch, Russland müsse bereit sein, die Atomwaffentests wieder aufzunehmen – aber erst, wenn die USA dies tun.

Der US-Regierung zufolge habe sich Russland mehrfach geweigert, Inspektionen seiner Nuklearanlagen zuzulassen. „Russland kommt seiner Verpflichtung aus dem New-START-Vertrag nicht nach, Inspektionstätigkeiten auf seinem Territorium zu erleichtern“, sagte ein Sprecher des US-Außenministeriums im Januar.

Putin: Westen und das „Kiewer Regime“ verantwortlich für den Krieg

Zuvor hatte der Kreml-Diktator in seiner Rede angekündigt, dass Russland „Schritt für Schritt (…) sorgfältig und konsequent die vor uns liegenden Aufgaben lösen“ werde. Der Donbass habe „daran geglaubt, dass Russland zu Hilfe kommen könnte“.

► Russland habe „alles Mögliche getan, um das Problem friedlich zu lösen“. Aber „hinter unserem Rücken wurde ein anderes Szenario vorbereitet“, so Putin zu Beginn seiner Ansprache.

Heißt: Putin macht den Westen und das „Kiewer Regime“ – so bezeichnet er die demokratisch gewählte Regierung von Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj (45) – für den Krieg verantwortlich, den er selbst begonnen hat.

Besonders perfide: „Wir versuchen, den Krieg zu beenden“, sagte Putin. In seiner Propaganda-Fantasie ist es die Ukraine, die einen Krieg gegen russischsprachige Ukrainer geführt hat und dabei vom Westen finanziert wurde.

► Der Westen und das „Kiewer Regime“ allein seien für alle Opfer in der Ukraine verantwortlich – nicht Putins Mörder-Armee.

Herrscht Putin bald auch über Belarus?

Russische Staatsmedien während Rede zusammengebrochen

Die Internetseiten russischer Staatsmedien sind während der Live-Überragung der Rede von Putin im Parlament zusammengebrochen. Reuters-Journalisten an mehreren Standorten konnten während der Rede zeitweise nicht auf die Website der Staatlichen Fernseh- und Rundfunkgesellschaft (VGTRK) und die Live-Streaming-Plattform Smotrim zugreifen.

► In einer Meldung auf der VGTRK-Website hieß es, dass „technische Arbeiten durchgeführt werden“, während die Smotrim-Website nicht geladen werden konnte.

Der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti zufolge war der Ausfall das Ergebnis eines sogenannten DDoS-Angriffs (Distributed Denial of Service), bei dem eine Website binnen kurzer mit Anfragen überflutet wird, so dass sie wegen Überlastung zusammenbricht.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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