Regierungsberater fordern Aufnahme von „Klimaflüchtlingen“


            Regierungsberater fordern Aufnahme von „Klimaflüchtlingen“

April 2023, vor der italienischen Insel Lampedusa: Ein Schlauchboot mit Migranten und Flüchtlingen wird von Rettern geborgen Foto: dpa/picture-alliance/ropi

Von Gunnar Schupelius

Ein Sachverständigenrat will Opfer des Klimawandels nach Deutschland einwandern lassen. Dieser Vorschlag ist vollkommen weltfremd, meint Gunnar Schupelius.

Der „Sachverständigenrat für Integration und Migration“ (SVR) hat am 9. Mai empfohlen, Menschen aus aller Welt aufzunehmen, die in ihrem Heimatland vom Klimawandel betroffen seien und das Land deshalb verlassen müssten.

Diese „Klimaflüchtlinge“ sollten in Deutschland aufgenommen werden. Sie sollten einen „Klima-Pass“, eine „Klima-Card“ oder ein „Klima-Arbeitsvisum“ bekommen, empfehlen die Sachverständigen.

Den „Klimapass“ sollen  diejenigenbekommen, „die durch den Klimawandel ihr gesamtes Territorium verlieren“. Wenn sie ihr Land nur „vorübergehend aufgrund starker Zerstörung verlassen müssen“, erhalten sie die „Klima-Card“, die einen befristeten Aufenthalt erlaubt. Das „Klima-Arbeitsvisum“ schließlich dient dazu, den „vom Klimawandel Betroffenen durch alternative Einkommensquellen neue Perspektiven zu eröffnen“.

Mit dieser Klima-Einwanderung solle Deutschland „international eine Vorreiterrolle einnehmen“, verlangen die Berater der Bundesregierung.

Zur Begründung heißt es, Deutschland verursache „einen hohen CO2-Ausstoß“ und verbrauche „viele natürliche Ressourcen“, deshalb trage es für den Klimawandel „eine besondere Verantwortung“ (Prof. Leyendecker) und müsse für die Opfer sorgen.

Der „Sachverständigenrat für Integration und Migration“ (SVR) wird vom Bundesinnenministerium bezahlt. In dem Gremium sind neun Professoren aus verschiedenen deutschen Universitäten versammelt. Den Vorsitz führen Prof. Hans Vorländer (TU Dresden) und Prof. Birgit Leyendecker (Ruhr-Universität Bochum).

Die Professoren geben Empfehlungen zur Migrationspolitik ab, die von der Regierung gerne übernommen werden.

Zuletzt gingen die Empfehlungen der Sachverständigen in das neue „Chancenaufenthaltsrecht“ (seit 1. Januar in Kraft) ein, das es auch abgelehnten Asylbewerbern erlaubt, in Deutschland zu bleiben.


            Regierungsberater fordern Aufnahme von „Klimaflüchtlingen“

Das Ankunftszentrum am Flughafen Tegel Foto: Ralf Günther

Die Sachverständigen beanspruchen für sich, rein wissenschaftlich zu arbeiten. Doch fehlen in ihrer Empfehlung zu „Klima-Pass“, „Klima-Card“ und „Klima-Arbeitsvisum“ ganz wesentliche Aspekte, die wissenschaftlich berücksichtigt werden müssten, zum Beispiel:

Wie viele Klimaflüchtlinge können die Kommunen aufnehmen? Wie wird ein Klimaflüchtling definiert? Wie weisen wir nach, wie viele Menschen durch die deutsche Einwirkung auf das Klima zu Klimaflüchtlingen werden? Alles offene Fragen.

Die Empfehlung der Sachverständigen wirkt deshalb unvollständig und nicht seriös. Mitten in der schwersten Asylkrise seit 2016 empfehlen sie eine neue Massenweinwanderung.

Wissen sie, was in Deutschland los ist, dass die Kommunen keinen Wohnraum für Migranten mehr haben, keine Kindergärten, keine Schulen und kein Geld? Wo Leben die eigentlich?

Diese Professoren sind der Welt entrückt. Sie sitzen auf ihrem Lehrstuhl im Raumschiff Universität. Sie docken an die Bundesregierung an und speisen ihre utopischen Ideen ein. Die Welt mit ihren Menschen und ihren Sorgen sehen sie nicht, die ist weit entfernt.

Hat Gunnar Schupelius recht? Rufen Sie an: 030/2591 73153, oder Mail: gunnar.schupelius@axelspringer.de

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Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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