Riesiger Staudamm in der Ukraine gesprengt!


            Riesiger Staudamm in der Ukraine gesprengt!

In einem Video, hier ein Screenshot, sieht man die Wassermassen durch den kaputten Damm rauschen Foto: Twitter

Von Karen von Guttenberg

Der gigantische Kachowka-Staudamm in der Ukraine ist gesprengt worden. Er liegt im russisch kontrollierten Teil der südukrainischen Oblast Cherson. Die Ukraine beschuldigt die russischen Besatzer, diese Tat begangen zu haben. Videos zeigen, wie Wasser durch die Überreste des Bauwerks strömt.

Der Staudamm fasst 18,2 Milliarden Kubikmeter Wasser!

In der Oblast Cherson hat nach Angaben des Gouverneurs die Evakuierung von Gebieten in der Umgebung der Stadt Kachowka begonnen. Präsident Selenskyj berief nach der Explosion den Sicherheitsrat ein.

„Innerhalb von fünf Stunden wird das Wasser einen kritischen Stand erreichen“, teilte der Gouverneur der Oblast Cherson, Olexandr Prokudin, am Morgen um 6.45 Uhr Ortszeit (5.45 Uhr MESZ) auf Telegram mit.

„Nutzen jeden Meter für Terror“

„Das Ausmaß der Zerstörung, die Geschwindigkeit und Menge des Wassers sowie die wahrscheinlichen Überschwemmungsgebiete werden derzeit geklärt“, teilte das Kommando Süd der ukrainischen Streitkräfte auf seiner Facebook-Seite mit. Circa 80 Ortschaften sind bislang betroffen. Mehrere Dörfer seien „vollständig oder teilweise“ überflutet, teilte ein ukrainischer Beamter mit. „Etwa 16.000 Menschen befinden sich in der kritischen Zone am rechten Ufer“, erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Cherson, Oleksandr Prokudin, in einem Onlinedienst.


            Riesiger Staudamm in der Ukraine gesprengt!

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj (Archivfoto) Foto: Stefan Rousseau/pool photo via AP

„Russische Terroristen. Die Zerstörung des Staudamms des Wasserkraftwerks Kachowka beweist der ganzen Welt nur, dass sie aus jedem Winkel des ukrainischen Landes vertrieben werden müssen“, schreibt Selenskyj auf Telegram. „Kein einziger Meter sollte ihnen bleiben, denn sie nutzen jeden Meter für Terror.“

Andrij Jermak, der Berater des ukrainischen Präsidenten, bezeichnet die Zerstörung des Kachowka-Staudamms als „Ökozid“ und macht dafür Russland verantwortlich.

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Schon letzten Oktober warnte Selenskyj, dass die Russen die Brücke in Kachowka vermint hätten. „Den Damm zu zerstören, würde ein riesiges Desaster hervorrufen“, sagte der Präsident damals. „Es wäre dasselbe, wie Massenvernichtungswaffen zu benutzen.“

Die Russen behaupten, der Damm sei durch Beschuss zerstört worden. Es handele sich angeblich um einen Terroranschlag.

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Gefährlich: Das AKW Saporischschja, das unter russischer Kontrolle ist, liegt am Stausee. Angeblich soll die Sprengung keine Gefahr für Europas größtes Atomkraftwerk darstellen, so die Behauptung der Russen. Doch die Zerstörung des Kachowka-Staudamms stellt nach Einschätzung der ukrainischen Atomenergiebehörde Energoatom sehr wohl eine Gefahr für das AKW dar. „Wasser aus dem Kachowka-Stausee ist notwendig, damit die Anlage Strom für die Turbinenkondensatoren und Sicherheitssysteme des Kernkraftwerks erhält“, erklärt Energoatom. „Derzeit ist das Kühlbecken der Anlage voll. Um 8 Uhr betrug der Wasserstand 16,6 Meter, was für den Bedarf der Anlage ausreicht.“

Nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) für die Sicherheit des Atomkraftwerkes Saporischschja besteht keine direkte Gefahr durch die Situation rund um den Kachowka-Staudamm.

Der 30 Meter hohe und 3,2 Kilometer lange Damm wurde 1956 am Fluss Dnipro als Teil des Wasserkraftwerks Kachowka errichtet. Der dadurch gebildete Stausee versorgt das AKW Saporischschja sowie die bereits 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim.

Eine Quelle: www.bz-berlin.de

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